Sonntag, 20. August 2017

Nähträume

Seit April mache ich einen Nähkurs für schwangere Migrantinnen. Es geht hier nicht nur ums Nähen sondern ein großes Anliegen ist mir, die Frauen aus ihrer Isolation herauszuholen und ein Netzwerk zu bilden, damit die Frauen sich kennenlernen und gegenseitig unterstützen können. Es sind Frauen von Flüchtlingen, die wir, nun schon seit einigen Jahren, betreuen und deren Familienzusammenführung wir organisiert haben. Es sind sechs Frauen aus drei Nationalitäten: Syrien, Afghanistan und Palästina. Zwischenzeitlich sind wir gut zusammengewachsen.
Was das Nähen betrifft, ist die Lerngeschwindigkeit sehr unterschiedlich. Zwei können schon völlig selbständig zuschneiden und nähen und brauchen nur noch Ratschläge, andere haben noch große Schwierigkeiten mit der Feinmotorik beim exakten Schneiden und Nähen von geraden Nähten.
Finanziert wird das Ganze von der Europäischen Union übermittelt durch die AWO, Kiel. Es findet bei uns Zuhause statt. Jeden Samstag gestalten wir unseren Wohnraum für 3 Stunden um. Mindestens drei Tage der Woche benötige ich für Vor- und Nachbereitung. Die Frauen sind wie im Fieber und möchten vor der Geburt ihrer Kinder soviel wie möglich schaffen. Wir haben ein geschlossene Facebook-Gruppe gebildet. Hier sehen sich die Frauen und Ehemänner die Nähschätze an. Das Selbstvertrauen und der Stolz wachsen (auch meiner). Nähanleitung und -videos erleichtern das Nähen. Auch ich bin kein Nähprofi und lerne sehr viel dazu.

Nach dem langen Text hier ein paar Fotos dazu:

Das war der erste Tag. Jetzt geht es schon lockerer zu und Kopftücher fliegen.

































Das ist nur ein Ausschnitt und nichts davon ist perfekt aber für uns überragend :-)